Nichts ist ärgerlicher als Zwangspausen im Training, die von Hautverletzungen an den Händen verursacht werden. Leider ist die Hand die Archillesverse jedes Athleten, der sich mit Calisthenics, Gymnastics oder Functional Fitness beschäftigt.

Das ständige umfassen der Klimmzugstange zollt seinen Tribut. Die Folge sind oftmals schmerzhafte Hornhautverdickungen oder gar Blutblasen, die an den Händen nur langsam verheilen. Dabei lassen sich Mikroverletzungen vermeiden – wir zeigen 6 simple Maßnahmen für ein schmerz- und verletzungsfreies Training an der Klimmzugstange.

#1: Magnesia-Einsatz

Die Verwendung von Magnesia, bzw. Kreide ist im Hantel- wie im Eigengewichtstraining gängige Praxis. Die Substanz verbessert den Gripp und ist insbesondere bei schwitzigen Händen unverzichtbar. Übermäßiger Magnesia-Gebrauch trocknet jedoch die Haut extrem aus und macht sie somit anfälliger für Risse und Blasen.

Der Einsatz sollte stets sparsam erfolgen, insbesondere, wenn in einer kühleren Umgebung trainiert wird. Verwende nur hochwertige Kreide (zum Beispiel für Kletterer und Boulder) und wasche sie nach dem Training gründlich von den Händen.

#2: Turnriemen und Handschuhe

Viele Trainingsanfänger investieren erstmal in typische Fitnesshandschuhe aus Leder, Kunstleder oder synthetischen Stoffen. Sie schützen die Haut zwar tatsächlich vor Druck und Reibung, verhindern jedoch auch den für bestimmte Übungen an der Klimzugstange – etwa Bar-Muscle ups, Butterfly-Pull ups, Kipping Toes2Bars – notwendigen Spin. Sie sollten daher ausschließlich für das reine Krafttraining mit Hanteln oder Maschinen genutzt werden.

Dennoch muss auf den stofflichen Handschutz nicht verzichtet werden: So genannte „Turnriemen“ oder „G-Loves“ werden per Klettverschluss am Handgelenk fixiert und schützen die Handfläche. Sie sind dabei sehr leicht und elastisch und erlauben die Drehung der Hände um die Klimmzugstange – bei gleichzeitiger Verbesserung des Grips. Eine lohnenswerte Anschaffung für ein langfristig blasenfreies Training!

#3: Tape

Tape ist eine gute Alternative zu Handschuhen. Es eignet sich besonders gut für die Finger und schützt die Haut ohne jede Bewegungseinschränkung. Antibakterielles und sogar wasserfestes Sporttape ist im Einzelhandel erhältlich.

#4: Handpflege

WOD-HandpflegeDie richtige Hautpflege ist das A und O der Blasenprävention! Hier sollte regelmäßig, je nach Trainingshäufigkeit mindestens zweimal pro Woche, Zeit investiert werden.

Entferne stets Hornhautverdickungen. Sie befinden sich bei Turnern typischerweise am oberern Ende der Handinnenfläche, knapp unterhalt der Finger, und am oberen Ende des ersten Fingerlenkes. Mittel- und Ringfinger sind besonders häufig betroffen. Werden diese Erhebungen zu groß, entstehen ungünstige „Hebelverhältnisse“ und es kommt zur Blasenbildung. Nutze Hornhautfeilen oder Bimssteine, die es kostengünstig in jeder Drogerie gibt, zur Entfernung.

Pflege deine Haut täglich mit fetthaltiger Creme. Besonders vor dem Einschlafen können Pflegeprodukte großzügig aufgetragen werden. Achtung: Keine Anwendung unmittelbar vor dem Training!

Ist es bereits zu Blasen gekommen, ist eine Trainingspause anzuraten, bis diese ausgeheilt ist. Riskiere kein blutiges Aufplatzen und offene Wunden – der Heilungsprozess nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch, schließlich lässt sich eine Verwendung der Hände im Alltag und die damit verbundende ständige Hautfaltung kaum vermeiden.

#5: Hochwertige Klimmzustange

Hochwertige Klimmzugstangen bieten sowohl einen ergonomisch optimierten Durchmesser als auch eine durchgängige Pulverbeschichtung, die für eine ideale Griffigkeit sorgt, ohne sich rauh anzufühlen. Nehme Abstand von Stangen mit minderwertiger Lackierung – der mangelnde Grip führt zu unnatürlicher Handhaltung und verursacht dadurch Druck und Blasenbildung. Auch gesplitterter Lack sowie Rost sind problematisch.

#6: Trainingshäufigkeit und -gestaltung

Egal wie motiviert du bist: Gestalte dein Training mit Bedacht, grade Einsteiger sollten ihrer Haut Zeit geben, sich an die neuen Belastungen zu gewöhnen. Starte also nicht von Null auf Hundert und höre auf deinen Körper. Bei Schmerzen jeder Art gilt es, flexibel in der Planung zu bleiben.

Ersetze beispielsweise Kipping-Bewegungen durch „Strict Gymnastics“ oder reduziere die Übungskomplexität, z.B. Klimmzüge statt Muscle ups. Auch das Ausweichen auf die Turnringe kann eine hautfreundliche Alternative darstellen.


Bildnachweis: Thinkstock / ©Kanashkin / iStock



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