Klimmzüge auszuführen kann manchmal eine richtige Qual sein. Dabei sind nicht nur die beteiligten Muskeln mit beteiligt, die Ursachen für qualvolle Klimmzüge können schon an ganz anderer Stelle auftreten. Gerade Anfänger erleben es häufig, dass weniger die Kraft ein Problem bei Klimmzügen ist als vielmehr der richtige Halt an der Klimmzugstange.

Insbesondere wenn der Trainierende viel Schweiß auf den Handinnenflächen hat, dann erhöht sich die Gefahr des Abrutschens dramatisch. Wie Du trotz schweißnassen Händen noch sauber Klimmzüge ausführen kannst, darüber wollen wir in den kommenden Absätzen sprechen.
 

Wenn nur der Schweiß stört – Magnesia

Unser erstes Hilfsmittel ist das sogenannte Magnesia. Du hast es bestimmt schon einmal gesehen, zumindest im Fernsehen, beispielsweise bei einer Olympiade. Nicht nur die Gewichtheber nutzen es, auch die Turner stauben Hände und manchmal Füße kräftig damit ein, um ja nicht auszurutschen.

Ebenfalls sehr beliebt ist das weiße Pulver im Klettersport, denn mit schweißnassen Händen kannst Du dich schlecht an zwei Fingern in einer kleinen Felsritze hochziehen. Das Geheimnis von Magnesia ist ziemlich einfach, es wirkt ähnlich wie Sand im Winter, wenn der Reifen im Tiefschnee stecken geblieben ist.

Als zusätzliche Schicht zwischen Haut und Eisen erhöht es die Reibung und die schweißnassen Hände können Dir egal sein, die Reibung ist dennoch da. Magnesia ist des Weiteren die Abkürzung für Magnesiumcarbonat, welches nicht zu verwechseln ist mit Talk beziehungsweise Talkumpuder. Beide Stoffe sind zwar wasserabweisend, allerdings erhöht nur Magnesiumcarbonat die Reibung zusätzlich.

Egal ob Talkumpuder oder Magnesia, beide Stoffe haben einen nicht unerheblichen Nachteil. Durch den Gebrauch von Magnesia wird nicht nur die Stange beziehungsweise die Griffe weiß, auch rundherum ist überall Magnesiapulver zu finden. Da macht es auch wenig Unterschiede, ob jetzt komplette Blöcke oder Pulverkugeln in Netzen verwendet werden. Eine mittelgroße Sauerei lässt sich nur schwer verhindern.

Insbesondere in Fitnessstudios ist der Gebrauch der Mittel ungerne gesehen oder gar verboten. Auch wenn Du Zuhause selbst darüber entscheiden kannst, wie dreckig es werden kann, solltest Du trotzdem über den Nachteil Bescheid wissen.

Alternativ gibt es aber noch flüssiges Magnesia. Auch wenn es sich seltsam anhört sich zusätzlich die schweißnassen Hände mit etwas Flüssigem einzureiben, es hilft tatsächlich und es entsteht keine Verschmutzung wie beim herkömmlichen Magnesia. Allerdings ist das flüssige Magnesia auch etwas teurer als das Pulver beziehungsweise Magnesia in Blockform.
 

Hilfreiche Unterstützung – Zughilfen

Wenn es nicht nur der Handschweiß ist, welcher dein Klimmzugtraining behindert, sondern auch zusätzlich noch die Kraft in den Händen nicht ausreichend ist, dann helfen Dir sehr wahrscheinlich Zughilfen. Die Zughilfen werden um die Handgelenke angelegt und unterstützen Dich mehr oder weniger stark bei der Ausführung der Klimmzüge. Zu unterscheiden ist bei den Zughilfen zwischen Haken und Bänder.

  • Die Zughaken sind in der Regel Manschetten zum Umschnallen an das Handgelenk, welche einen flachen Haken aus Stahl besitzen. Die Zughilfen werden so angezogen, dass der Haken die Handinnenfläche ausfüllt. Wenn die Hand also selbst einen Haken formt, dann sollte sie direkt über den Stahlhaken aufliegen.
     
    Die Anwendung ist ziemlich simpel, der Haken wird einfach an der gewünschten Stelle an der Stange eingehakt und nun kannst Du dich mit Hilfe des Hakens hochziehen. Viel Griffkraft brauchst Du bei den Haken nicht mehr, teilweise ist bei größeren Haken ein zusätzliches Greifen um die Klimmzugstange auch gar nicht möglich.
  • Anders sieht das bei den Zugbändern aus. Die Zugbänder sind zwei einfache Bänder, welche an einem Ende eine Schlaufe haben. Durch die Schlaufe wird das andere Ende durchgesteckt und durch die so entstandene Öffnung wird die Hand durchgesteckt, sodass das freie Ende des Zugbands Richtung der Finger zeigt.
     
    Bevor es an die Stange geht, wird die Öffnung am Handgelenk zugezogen und anschließend an der gewünschten Stelle das Zugband um die Klimmzugstange gewickelt. Bei der Wicklung solltest Du darauf achten, dass einerseits dabei die zugezogene Öffnung am Handgelenk wieder locker wird und anderseits das Band gleichmäßig um die Klimmzugstange gewickelt wird. Dadurch kannst Du auch mit Zugbändern noch gleichzeitig die Klimmzugstange greifen.

    In dieser Art und Weise unterstützen Dich die Zugbänder nur und nehmen nicht die komplette Griffkraft aus dem Spiel, wie beispielsweise die Zughaken. Entsprechend wirst Du auch mit Zugbändern gleichzeitig noch etwas Griffkraft aufbauen können. Dennoch bist Du nicht mehr limitiert durch die zu geringe Griffkraft und kannst auch mehr Klimmzüge ausführen beziehungsweise mehr Zusatzgewicht nehmen.

Nicht nur bei mangelnder Griffkraft lohnen sich die Zughilfen, auch bei zu viel Schweiß und gegen Schwielen an den Händen helfen diese Hilfsmittel. Sowohl Zugbänder als auch Zughaken schützen die Haut vor zu viel Beanspruchung beim Greifen an die Klimmzugstange, in der Folge entstehen auch weniger Schwielen in den Handinnenflächen.

Einen ähnlichen Effekt erzeugen auch Trainingshandschuhe, allerdings vergrößern diese gleichzeitige die Griffkraftproblematik, da gleichzeitig die Hand mehr Volumen umgreifen muss. Immerhin ist ja noch eine zusätzliche Stoff- und Schaumstoffschicht zwischen Handinnenfläche und Klimmzugstange vorhanden. Auch schwitzende Hände sind dann natürlich nicht mehr störend, wenn Zughilfen benutzt werden.
 
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Für zarte Männerhände – Handschuhe

HOLD STRONG Fitness Handschuhe Wie oben schon erwähnt, können Handschuhe ein Hilfsmittel sein, welches allerdings auch Nachteile hat. Prinzipiell können gepolsterte Handschuhe im Kraftsport die Bildung von den ungeliebten Schwielen in den Handinnenflächen zumindest reduzieren.

Je nach Häufigkeit und Intensität der sportlichen Aktivität können die Schwielen gar nicht vermieden werden. Wer sich dennoch dagegen zur Wehr setzen möchte, der kann es mit Trainingshandschuhen probieren.

Aus zwei Gründen solltest Du aber auf eine gute Qualität beim Kauf achten:

  • Zuerst einmal ist der oben genannte Nachteil des erhöhten Umfangs durch die Handschuhe noch größer, wenn die Qualität nicht gut ist. Dann setzen die Hersteller einfach viel günstigen Schaumstoff ein und sparen lieber am Leder. Bei teuren Handschuhen hast Du widerstandsfähiges Leder und nur geringe Polsterdicken, die aber qualitativ hochwertig sind.
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  • Des Weiteren fangen billige Handschuhe schneller an zu riechen, wenn die Pflege der Handschuhe nicht ideal ist. Da diese aber bei jedem Training mit Schweiß konfrontiert werden, müssten sie theoretisch auch nach jedem Training gewaschen werden.
Wir empfehlen die HOLD STRONG Fitness Handschuhe mit Handgelenkbandagen, durch die ebenfalls eine Stabilisierung des Handgelenks erfolgen kann. Die Zusammensetzung dieser Handschuhe sind: 40% Polyester, 15% Neopren, 45% Leder.
 

Fazit: Die richtigen Hilfsmittel für den richtigen Zweck

Je nach Aufgabenstellung beziehungsweise Anforderung gibt es für das Klimmzugtraining verschiedene Hilfsmittel. Egal ob Schwielen an den Händen, zu geringe Griffkraft oder aber ständiges Abrutschen durch schweißnasse Hände, all diese Herausforderungen können mit verschiedenen Hilfsmitteln begegnet werden. Durch die Verwendung der kleinen Hilfsmittel kann ein gutes Klimmzugtraining an der Klimmzugstange noch optimiert werden.


Bildnachweis: Thinkstock / johany



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