Hände an der Klimmzugstange schützen | Hornhautbildung und Blasen vermeiden

Wer regelmäßig an der Klimmzugstange trainiert, kennt das Problem: Nicht nur die Muskulatur, sondern auch die Hände werden aus Äußerste beansprucht. Gegen Hornhaut und Blasen greifen daher viele Sportler zu Handschuhen – doch ist dies das beste Gegenmittel? Wir klären auf.

Fitnesshandschuhe für Klimmzüge – Hautschutz und mehr Gripp

Klimmzugtraining hinterlässt seine Spuren. In Abhängigkeit von Trainingshäufigkeit, Körpergewicht des Athleten, verwendeten Techniken, Beschaffenheit der Klimmzugstange usw., bildet sich Hornhaut auf den Händen, insbesondere unterhalb der ersten und zweiten Fingergelenke. Dieser natürliche Schutz ist per se nichts Schlechtes, sondern erhöht im Gegenteil die Widerstandsfähigkeit unserer Haut.

Insbesondere weibliche Sportler empfinden die Hornhautbildung jedoch häufig als unästhetisch. Zudem können Druckstellen mehr als ein ästhetisches Problem sein: Übermäßige Hornhautbildung ist oftmals schmerzhaft. Wird sie nicht rechtzeitig entfernt, kann sie gar zu offenen, blutigen Hautblasen führen, die garantiert eine Trainingspause erzwingen. Viele Athleten wollen dem durch die Verwendung von Fitnesshandschuhen vorbeugen.

Handschuhe sollen zudem nicht nur vorbeugend wirken, sondern bieten auch einen sofortigen Effekt: Sie erhöhen den Gripp an der Klimmzugstange, auch bei schwitzigen Händen oder sehr glattem Material.

Klingt erstmal, als würde alles für die Verwendung von Handschuhen beim Klimmzugtraining sprechen. Doch es gibt auch Nachteile – und Alternativen.

Handschuhe und Kipping-Pull ups

Im Cross-Training finden klassische Fitnesshandschuhe kaum Anwendung. Der Grund: Sie verhindern, dass die Hände ungehindert um die Klimmzugstange rotieren können. Dies ist für Butterfly-Pull ups oder Bar-Muscle up jedoch essenziell. Der zusätzliche Gripp durch Handschuhe mit angerauter Oberfläche (z.B. Leder/Kunstleder) ist für Cross-Athleten daher nachteilig. Selbiges gilt für Turner und Calisthenic-Sportler.

Für alle, die dynamische Übungen an der Klimmzugstange durchführen, sind sogenannte „Riemchen“ (im Englischen auch als „Grips“ bezeichnet) die bessere Wahl. Sie werden per Klettverschluss am Handgelenk befestigt und bedecken nur die Handflächen. Die Fingeröffnungen können bei vielen Produkten individuell zugeschnitten werden. Das Material ist extra dünn und elastisch, so dass es weder die Griffkraft beeinträchtigt noch die Rotation der Hände bremst.

Magnesium – eine Alternative zu Handschuhen

Wer zu starken Schwitzen neigt und Handschuhe vor allem mit der Motivation trägt, einen besseren Halt an der Klimmzugstange zu finden, sollte alternativ einmal Magnesium probieren. Dermatologisch unbedenkliches Magnesium findest du z.B. in Shops für Sportkletterbedarf – eine preisgünstige Alternative zu oftmals kostspieligen Fitnesshandschuhen. Auch von Vorteil: Der Magnesiumfilm auf der Haut ist hauchdünn und erfordert daher, im Gegensatz zu dick gepolsterten Handschuhen, keinerlei zusätzliche Griffkraft.

Achtung: In vielen öffentlichen Fitnessstudios ist die Verwendung von Magnesium nicht erlaubt, da es staubt und weiße Spuren auf den Geräten hinterlässt. Die meisten Gyms tolerieren jedoch Flüssigkreide, die sich ebenfalls im gut sortierten Fachhandel finden lässt.

Nichts geht über gute Hautpflege

Bei intensivem Training bilden sich selbst unter Handschuhen früher oder später Hornhaut und Blasen. Kommen diese ständig mit dem Handschuhmaterial, das schnell verschwitzt und von Bakterien durchdrungen ist, in Kontakt, kann dies die Heilung behindern oder sogar zu Entzündungen führen.

Die beste Maßnahme gegen schmerzhafte Hornhaut und Blutblasen ist daher immer noch regelmäßige Hautpflege. Diese sollte folgendes umfassen:

  • Tägliches Eincremen mit einer feuchtigkeitsspendenden, antibakteriellen Handcreme – abends vor dem Schlafengehen und nach jedem Klimmzugtraining
  • Entfernung von Hornhaut – kleinere Verdickungen z.B. mit einem Bimsstein, größere, erhabene Stellen mit speziellen Klingen zur Hornhautentfernung
  • Sofortige Behandlung von Blasen und offenen Stellen mit Wundheilungsmitteln, z.B. speziellen Sticks, die im Fachhandel erhältlich sind

 

Handschuhe beim Klimmzugtraining – Zusammenfassung

Viele Sportler, die an der Klimmzugstange trainieren, tragen Handschuhe, um schmerzhaften Blasen vorzubeugen und ihren Griff zu verbessern. Fitnesshandschuhe eignen sich vor allem für statische Übungen wie strickte Klimmzüge. Turner und Cross-Athleten, die auf den „Spin“ der Stange angewiesen sind, sollten bevorzugt auf Magnesium und/oder spezielle Turner-Riemchen zurückgreifen. Handschuhe ersetzen zudem nicht die regelmäßige Hautpflege – vor allem die Hornhautentfernung ist wichtig, um Zwangstrainingspausen durch Blutblasen vorzubeugen.


Bildnachweis: thinkstock / @DragonImages



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