Kürzlich haben wir den Vergleich zwischen dem Sling Trainer und den Gym Rings gezogen. In diesem Blogpost soll es um die Gegenüberstellung des Trainings an der Klimmzugstange und dem mit den Turnringen gehen. Wir zeigen, für welche Übungen, Trainingsziele, Leistungsstufen und räumlichen Gegebenheiten welches Equipment die größte Eignung aufweist.

Die Klimmzugstange – ein kurzer Überblick

Klimmzugstangen gibt es in vielen verschiedenen Formen und aus verschiedenen Materialien. Der Klassiker ist die gerade Edelstahlstange für die Wandmontage. Es werden auch Klimmzugstangen zur Verschraubung in der Decke, die Installation zwischen Wänden oder im Türrahmen angeboten. Viele Pull up-Bars sind mit zusätzlichen Parallelgriffen ausgestatten, so dass der Griff im Training regelmäßig gewechselt werden kann.

Übungen für die Klimmzugstange

Die Klimmzugstange ist das klassische Trainingsgerät für das Eigengewichtstraining. Sie ermöglicht eine große Vielfalt an Oberkörperübungen, die sich grob in 3 Kategorien einteilen lassen:

  • Klimmzüge und verwandte Pull-Movements
  • Klar, der Klimmzug ist die naheliegendste Übung. Doch Klimmzug ist nicht gleich Klimmzug: Er lässt sich vielfältig variieren, z.B. in der Griffart (Obergriff, Untergriff, Parallelgriff), im Bewegungsumfang (Chest2Bar-Pull up), in der Dynamik (Kipping-Pull up, Butterfly-Pull up), in der Körperhaltung (Klimmzug im L-Sit) oder durch das Spielen mit der Ausführungsgeschwindigkeit (Tempo-Pull ups, Static Holds). Eine fortgeschrittene Zugübung für die Klimmzustange ist der Bar-Muscle up, der einen Klimmzug mit einem Dip verbindet.

  • Bauchübungen
  • Klimmzugstangen sind das perfekte Tool für Bauchübungen, die im freien Hang ausgeführt werden, z.B. Toes2Bar, hängendes Beinheben, oder Tuck Rotations. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie besonders die untere Bauchmuskulatur effektiv trainieren – die Griffkraft nebenbei übrigens auch noch!

  • Dehnübungen
  • Die Klimmzugstange kann auch in das Beweglichkeitstraining integriert werden. Schon das einfache „Aushängen“ an der Stange sorgt für eine beweglichere und gesunde Wirbelsäule und lockert die Schultergelenke. Noch besser: Ein Partner schiebt den Athleten durch sanften Druck auf die Schulterblätter nach vorne – hierdurch werden Brustwirbelsäule und der Schultergürtel optimal geöffnet. Wer Klimmzugbänder besitzt, kann diese an die Stange knoten und für das gesamte Oberkörperstretching einsetzen.

Die Klimmzugstange – ein einsteigerfreundlicher Allrounder

Die Klimmzugstange ist preiswert, einfach zu installieren und beansprucht kaum Platz (wer ausführen möchte, sollte ausreichend Platz zur Decke einplanen, für Kipping-Pull ups sollte genügend Abstand zur Wand vorhanden sein). Dafür eröffnet sie ein großes Übungsspektrum, aus dem sich sowohl völlige Sporteinsteiger als auch Calisthenic-Profis ganze Workouts zusammenstellen können. Anfänger werden die große Stabilität, die die stationäre Klimmzugstange bietet, zu schätzen wissen.

Gym Rings – hier kommt Bewegung in die Sache

Auf Produkteigenschaften und Installation von Turnringen sind wir in Slingtrainer vs. Gym Rings bereits ausführlich eingegangen. Das Ringpaar ergänzt sich perfekt mit der Klimmzugstange, da es sich an dieser ganz einfach anbringen und wieder abnehmen lässt. Ist keine Klimmzugstange verfügbar oder ist viel Platz oberhalb der Ringe z.B. für die Ausführung von Muscle ups erforderlich, können die Turnringe auch an Deckenankern befestigt werden.

Noch mehr Übungsvielfalt mit Turnringen

Grundsätzlich gilt: Alles, was an der Klimmzugstange funktioniert, klappt auch mit Gymnastic Ringen – Klimmzüge und ihre Variationen, Muscle ups, Toes2Bar und hängendes Beinheben, Aushängen und Dehnübungen.

Turnringe können aber noch mehr: Da sie sich unabhängig von einander bewegen und eine Lücke zwischen beiden Ringen besteht, ergeben sich Kraft-, Koordinations- und Stabilisierungsübungen wie Skin the Cat oder Iron Cross, die an der Klimmzugstange nicht ausgeführt werden können.

Gym Rings – das Gute und „Schlechte“ an der freien Beweglichkeit

Die freie Beweglichkeit der Ringe erfordert zusätzliche Stabilisierungsarbeit und schreckt viele Anfänger erstmal ab: Beim Einstieg wird der wackelige Halt oftmals als sehr unangenehm empfunden.

Dabei gibt es für alle Ringübungen Skalierungsoptionen, so dass ein Training für jeden völlig unabhängig vom aktuellen Kraftlevel möglich ist. Wer sich einmal an die Mobilität der Ringe gewöhnt und die notwendige Muskulatur aufgebaut hat, wird sie garantiert zu schätzen wissen: Ringturnen ist sehr gesund für die Schulter und eignet sich auch perfekt für Menschen mit Ellenbogenproblemen.

Fazit

Nicht umsonst gibt es im Turnen beides, das Rack- und das Ringturnen. Beide Geräte repräsentieren, wofür die Gymnastics stehen: Körperbeherrschung, Beweglichkeit und viel, viel Muskelkraft.

Weder die Klimmzugstange noch die Gym Rings können als klarer Sieger in diesem Vergleich benannt werden. Die Klimmzugstange eignet sich vor allem für pures Krafttraining. Wer sich für komplexere Bodyweight-Challenges interessiert oder Gelenkprobleme hat, ist mit Turnringen gut beraten – er sollte allerdings nicht ohne professionelle Anleitung in das Training einsteigen.

Klimmzugstange vs. Turnringe – am besten gleich beides! Auch die kombinierte Anschaffung bietet viel Leistung zu einer überaus überschaubaren Investition.


Bildnachweis: Thinkstock / ©Julenochek / iStock



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