Eine Klimmzugstange bietet eine Menge Möglichkeiten – trotzdem kannst du daran natürlich nicht deinen gesamten Körper trainieren. Es gibt allerdings ein Gerät, dass die perfekte Ergänzung zur Stange darstellt: Einen Sling Trainer.

Denn der kann problemlos an der Klimmzugstange befestigt werden und ermöglicht es dir damit, wirklich den gesamten Körper zu trainieren – eine optimale Kombination zweier funktionaler Trainingsgeräte also.

Mit Sicherheit weißt du, wie ein Sling Trainer aussieht: Zwei Seile, zwei Schlaufen, eine Befestigung – das war es im Prinzip schon.

Aber woher kommt das Sling Training?

Ursprünglich wurde das Training mit den Schlaufen für den Einsatz in der Physiotherapie entwickelt. Schon seit den 1980er Jahren wird die Erfindung zweier Norweger in diesem Bereich eingesetzt, um gezielt die Stabilität des gesamten Körpers zu stärken.

Später setzte sich der Sling Trainer als Trainingsgerät für die Auslandseinsätze der Navy SEALs durch – denn dort bestand nicht immer die Möglichkeit, sich mit Gewichten fit zu halten.

Der Siegeszug der Schlingentrainer startete dann ebenfalls in den Staaten – die Firma TRX begann als erster Hersteller mit dem Vertrieb der Geräte für die breite Masse.

Erst seit einigen Jahren ist der Trend über den großen Teich geschwappt und erlebt auch hier einen regelrechten Hype. Fitnessstudios haben das Potential erkannt und bieten spezielle Kurse an – seine vollen Stärken spielt ein Sling Trainer allerdings in den eigenen vier Wänden oder unterwegs aus.

 

Was macht das Training so effektiv?

Die Antwort auf diese Frage kann mit einem Wort zusammengefasst werden: Instabilität.

Denn durch die instabile Position der Hände oder Füße in den Schlaufen wird auch tieferliegende Stützmuskulatur angesprochen, die beim Maschinentraining und auch beim Training mit freien Gewichten wenig oder gar nicht zum Einsatz kommt.

Somit steht besonders die Funktionalität der Übungen im Vordergrund – mit einem Sling Trainer lassen sich genau die Muskeln trainieren, die im sitzenden Alltag häufig zu kurz kommen.

Die hohe Intensität und die Ganzkörperübungen haben außerdem den Vorteil, dass ein Training des ganzen Körpers in extrem kurzer Zeit absolviert werden kann. Es ist problemlos möglich, sein Workout in einer halben Stunde zu absolvieren.

Sling Trainer Set

 

Ganzkörperübungen bilden die Grundlage

Maschinen trainieren einzelne Muskeln oft isoliert – das ist beim Sling Training nicht möglich. Durch die komplexen Bewegungen wird ständig der gesamte Körper gefordert, was in einem perfekten Zusammenspiel der Muskulatur endet. Der koordinative Aspekt ist also ebenso wichtig und es kommt nicht allein auf die Kraft an.

Interessant ist auch, dass nahezu alle Ziele mit dem Sling Training erreicht werden können. Vom moderaten Muskelaufbau bis hin zur Fettverbrennung kann über die Intensität, Geschwindigkeit und Pausenzeiten gesteuert werden, wie sich der Körper anpasst.

Zum Fettverbrennen eignet sich besonders die Trainingsmethode Tabata gut, bei der mit hochintensiven Intervallen gearbeitet wird – das sorgt nicht nur für einen hohen Kalorienverbauch während des Trainings, sondern führt auch zum sogenannten Nachbrenneffekt.

 

Training mit Sixpackgarantie

350-sling-bauchWer Fettverbrennung hört, der horcht immer schnell auf – besonders dann, wenn ein Sixpack das erklärte Ziel ist. Doch neben einem niedrigen Körperfettanteil gehören natürlich auch beeindruckend starke Muskeln zu einem Sixpack wie in Stein gemeißelt.

Und diese Art von Bauchmuskeln kannst du mit einem Schlingentrainer perfekt antrainieren – denn dein Rumpf arbeitet bei jeder Bewegung mit. Selbst bei Übungen für Beine, Brust oder Rücken wird der Rumpf zum Stabilisieren benötigt und damit stark gefordert.

Aber nicht nur optisch hat das seine Vorzüge – auch für die Haltung und damit deine Gesundheit leistet ein Sling Trainer gute Dienste.

Denn in unserer Gesellschaft wird der Rumpf oft vernachlässigt – wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit im Sitzen und sorgen so ungewollt dafür, dass unsere Rumpfmuskulatur verkümmert.

Mit dem Training in den Schlaufen wirkst du diesem Problem entgegen und kannst so sogar einen großen Teil deiner Rückenschmerzen „wegtrainieren“. Kein Scherz – eine zu schwache Rumpfmuskulatur ist für einen großen Teil der Rückenschmerzen verantwortlich.

Flexibilität und Freiheit sind große Vorteile

Effektivität ist ein wichtiger Punkt – aber der Sling Trainer kann auch mit anderen Faktoren punkten.

Dazu gehört zunächst einmal die große Freiheit, die die Seilkonstruktion mit sich bringt. Du kannst trainieren wann und wo du willst. Alles, was du brauchst, ist ein Punkt zum Aufhängen – das kann deine Klimmzugstange daheim sein, aber auch ein stabiles Treppengeländer auf Reisen oder eine Palme am Strand.

Du bist komplett von Fitnessstudios und sperrigem Equipment unabhängig und kannst von jetzt an überall da trainieren, wo du möchtest.

Aber nicht nur örtlich und zeitlich bist du flexibel:

 

Du kannst das Training so gestalten, wie es dir gefällt

Und dazu gehört nicht nur die Auswahl der Übungen. Besonders das einfache und stufenlose Anpassen der Widerstände ermöglicht es jedem Sportler, genau auf seinem Leistungsniveau zu trainieren und im Notfall schnell einen zu hohen oder zu niedrigen Widerstand zu ändern.

Denn da du gegen die Schwerkraft arbeitest, musst du lediglich einen Schritt nach vorn oder hinten machen, um den Widerstand zu ändern. Die Faustregel dabei: Je aufrechter du stehst, desto einfacher ist die Übung – und entsprechend auch umgekehrt.

Damit ist das Sling Training für wirklich jeden Sportler geeignet – egal, ob nun zum fit halten für den Hobbyathleten oder als Ergänzung für Profisportler.

Aber Achtung:

 

Vorsicht beim Einstieg ins Sling Training

Das Training ist durch die instabile Position besonders effektiv – die fehlende Stabilität hat aber auch zur Folge, dass das Verletzungsrisiko mit zunehmender Schwierigkeit steigt.

Deshalb solltest du nicht nur darauf achten, die Übungen deinem Leistungsstand entsprechend auszuführen, sondern auch die richtige Technik immer wieder kontrollieren (lassen). Dazu eignet sich ein Spiegel – am besten ist es allerdings, wenn jemand anderes deine Bewegungen korrigiert, da dein Körpergefühl dich doch häufig betrügt.

Lass es am Anfang etwas langsamer angehen und gewöhne dich zuerst an die instabile Position – mit der Zeit kannst du dann immer schwierigere und komplexere Übungen wählen, das Tempo steigern oder den Winkel ändern.

Eine Grundregel gibt es allerdings noch beim Training in den Schlaufen: Es wird nicht bis zum Muskelversagen trainiert. Die richtige Technik steht immer an erster Stelle – wenn keine saubere Wiederholung mehr möglich ist, dann wird der Satz beendet.

 

Perfekt für Supersätze mit der Klimmzugstange

Der Sling Trainer ist also eine praktische Sache – aber wie kombinierst du ihn am besten mit der Klimmzugstange?

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist natürlich ein „normaler“ Trainingsplan oder ein Zirkel. Wenn du aber besonders zeitsparend und gleichzeitig effektiv deine Muskeln trainieren möchtest, dann sind Supersätze eine gute Wahl:

Absolviere also zum Beispiel einen Satz Klimmzüge und dann – direkt ohne Pause – einen Satz Liegestütze mit Händen oder Beinen in den Schlaufen. Damit hast du den gesamten Oberkörper mit nur zwei Übungen abgedeckt.

Die Möglichkeiten sind natürlich unendlich und deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt – welches ist deine Lieblingskombination?

 

Fazit – funktionelles Training für den ganzen Körper

Das ermöglicht eine Klimmzugstange normalerweise nicht – in Verbindung mit einem Sling Trainer dagegen ist es problemlos möglich. Die praktische Seilkonstruktion sorgt durch die fehlende Stabilität für ein effektives Workout.

Besonders die tieferliegende Stützmuskulatur, kleine Hilfsmuskeln und der Rumpf profitieren von diesem Training – also die Muskulatur, die im Alltag und beim Maschinentraining vernachlässigt wird. Das sorgt für eine gesunde und selbstbewusste Körperhaltung.

Ein Sling Trainer ist deshalb in Verbindung mit einer Klimmzugstange eine optimale Ergänzung zum klassischen Krafttraining – und für einige Sportler sogar eine vollwertige Alternative.


Bildnachweis: Thinkstock / ©kasto80 / iStock



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