Eine Klimmzugstange im Freien ist eine feine Sache. Zu trainieren, während die Sonnenstrahlen auf der Haut kitzeln und die frische Luft zu atmen, erleichtert das Training um ein Vielfaches.

Leider wohnen wir aber nicht auf einer Karibikinsel, auf der an 300 Tagen im Jahr die Sonne scheint – stattdessen müssen wir uns gerade im jetzt beginnenden Herbst auf viele Regentage einstellen.

Das ist aber natürlich keine Ausrede, das Training ausfallen zu lassen! Im Gegenteil: Wer auch jetzt trainiert, der wird eine besonders gute Figur machen, wenn im nächsten Sommer die Sonne ihren Weg zurück zu uns findet.

Heute wollen wir dir deshalb zeigen, auf was du beim Training im Regen achten solltest. Denn natürlich gelten andere Voraussetzungen als beim Workout an der trockenen Stange.

 

Beim Regen trainieren: Willst du es wirklich?

Wenn es draußen regnet zeigt sich, wie wichtig dir deine Ziele sind. Denn wenn du etwas wirklich willst, dann lässt du dich von ein paar Wassertropfen sicher nicht aufhalten.

Mache dir deshalb klar, wofür du das Ganze eigentlich machst. Willst du im nächsten Sommer eine gute Figur am Strand machen? Weihnachten von der Familie mit Komplimenten überschüttet werden? Oder einfach an Silvester wieder in deinem Lieblingshemd oder -kleid feiern?

Egal, was es ist: Finde deine Motivation und dann ziehe das Workout durch. Verschiebe es nicht. Es kann auch noch die ganze Woche regnen. Wer einmal eine Einheit ausfallen lässt, der wird es wieder tun.

Stell dir nur eine Frage: Wofür machst du das alles?

 

Sieh es positiv!

Regen ist schön, besonders beim Training. Ja, ernsthaft! Oder wie oft hast du im Sommer geflucht, wenn dir der Schweiß in die Augen getropft ist? Wenn du kaum Luft bekommen hast, weil es einfach viel zu schwül war? Wenn du mit dem Trinken kaum hinterherkamst?

Wenn es regnet, dann hast du all diese Probleme nicht. Du schwitzt nicht. Du atmest wunderbar frische Luft. Und zum Trinken musst du einfach nur den Mund aufmachen.

Kleiner Scherz – aber mal ehrlich: Das Training im Regen hat auch seine Vorteile. Und um die wirklich auskosten zu können, ohne am Ende krank im Bett zu liegen, gibt es eine wichtige Grundregel:

 

Ziehe dir ‘was warmes an

Wenn du bei 10°C und Regen in kurzer Hose und Tanktop dein Workout absolvierst, dann ist eine Erkältung vorprogrammiert – also hör’ auf das, was deine Mutter dir von klein auf eingebläut hat und zieh dich warm an, wenn du nach draußen gehst.

Am besten ist natürlich Funktionssportkleidung – eine dünne, regendichte und warme Jacke ist eine der wichtigsten Investitionen. Denn die hält nicht nur warm, sondern stört dich auch nicht beim Workout.

Ansonsten funktioniert die gute, alte Zwiebeltechnik: Unterhemd, Shirt, Pulli, Jacke – und schon bleibst du warm und trocken. Klar, du wirst dich weniger gut bewegen können als im Sommer. Dafür bleibst du aber gesund.

Du hast dein Workout durchgezogen? Glückwunsch!

Und jetzt raus aus den nassen Klamotten und nichts wie unter die Dusche. Mache nicht den Fehler und unterhalte dich noch mit den netten Nachbarn, während du in durchgeweichten Klamotten im Regen stehst.

Nach dem Training geht es auf schnellstem Wege unter die Dusche. Danach ist ordentliches Abtrocknen und warme Kleidung Pflicht – so kannst du auch deinen wohlverdienten Kakao zum Aufwärmen genießen.

 

Trainiere kurz und intensiv!

Auch das ist ein wichtiger Punkt, wenn du bei Regen im Freien trainierst – denn natürlich sollst du nicht stundenlang an der Klimmzugstange herumklettern.

Besser ist ein kurzes, intensives Workout. Das sorgt dafür, dass du während der gesamten Einheit nicht frierst und senkt außerdem das Risiko einer Erkältung. Denn besonders anfällig bist du, wenn du frierend im Regen stehst.

Deshalb solltest du dein Workout immer mit einem kurzen Warmup starten. Treibe deinen Puls in die Höhe und sorge dafür, dass du von Anfang an nicht frierst. Auch in den Pausen musst du warm bleiben – deshalb kannst du die gut mit lockerem Laufen auf der Stelle oder anderen weniger intensiven Belastungen füllen.

Insgesamt solltest du alles am Training kurz halten – Pausen, Belastungen und Warmup. Falls ein Stretching ansteht, solltest du das nach Möglichkeit natürlich nach drinnen verlegen.

Das intensive Training hat dabei außerdem einen entscheidenden Vorteil: Es spart nicht nur Zeit, sondern bringt auch dein Herz-Kreislauf-System ordentlich in Fahrt. Cardiotraining inklusive!

Damit du verletzungsfrei trainierst, musst du noch einen Punkt beachten:

 

Halt’ dich gut fest

Und zwar an der Stange – das gestaltet sich bei Regen nämlich gar nicht so einfach. Doch eine starke Griffkraft allein reicht oftmals nicht aus, besonders bei explosiven Bewegungen. Deshalb gibt es mehrere Möglichkeiten, für besseren Halt zu sorgen.

  • Handschuhe sind eine besonders beliebte Möglichkeit. Sie sorgen für einen festen Griff und schützen außerdem bei Übungen wie Liegestütz auf hartem Untergrund die Handflächen. Einziges Manko: Das Gefühl für die Stange geht etwas verloren.
  • “Liquid Chalk“ ist der englische Begriff für Flüssigkreide – und die ist eine wirklich lohnende Investition, wenn du häufig an nasser Stange trainierst. Sie unterscheidet sich in der Wirkung nicht von der bekannten Kreide, die Turner verwenden, ist aber einfacher zu handhaben. Auch bei schwitzigen Händen eine gute Sache!
  • Zughilfen schließlich sind ebenfalls eine gute Option, die für sicheren Halt sorgt. Egal ob mit Metallhaken oder Bändern, mit Zughilfe rutscht du auch bei strömendem Regen nicht von der Stange ab. Es gibt allerdings ein Problem: Für Übungen wie Muscleups sind die Zughilfen nicht zu gebrauchen.

Unsere Empfehlung ist deshalb klar die Kreide – sie hat keinen Einfluss auf das Griffgefühl und stört auch sonst in keinerlei Hinsicht.

Neben dem nötigen Halt an der Stange solltest du auch bei der Wahl der Schuhe darauf achten, dass sie bei Nässe den nötigen Grip bieten. Hier lässt du dich am besten in einem Fachgeschäft beraten, welche Schuhe bei Regen für deine Zwecke am besten geeignet sind.

 

Fazit – Sicherheit geht vor

Regen ist keine Ausrede, das Training ausfallen zu lassen – trotzdem kannst du bei Nässe natürlich nicht genau so trainieren wie auf dem Trockenen. An erster Stelle steht immer deine Gesundheit.

Deshalb solltest du dich ordentlich einpacken und dein Workout so kurz wie möglich gestalten. Eine hohe Intensität hilft dir dabei und sorgt außerdem dafür, dass du garantiert nicht frierst. Damit du nicht von der Stange rutscht, gibt es verschiedene Möglichkeiten für besseren Halt – besonders Flüssigkreide hat sich bewährt.

Am Ende kommt es aber vor allem darauf an, dass du dich zum Training aufraffst. Finde etwas, das dich auch bei Regen motiviert und lasse dich nicht vom Weg abbringen. Genieße die frische Luft und das unbezahlbare Gefühl, deinen inneren Schweinehund besiegt zu haben!


Bildnachweis: Thinkstock / ©GeloKorol / iStock



Neuen Kommentar hinterlassen